50 JAHRE ALPINA. EINE ERFOLGSGESCHICHTE MIT VIEL LEIDENSCHAFT.

Die Erfolgsgeschichte von ALPINA begann mit einem außergewöhnlichen Marketingkniff. Und dieser erfolgte – wie könnte es für die renommierte Automobilmanufaktur anders sein – in liebevoller Handarbeit. Es war ALPINA-Gründer Burkard Bovensiepen persönlich, der am Rande der Automobilmesse IAA 1963 Flugblätter an den Windschutzscheiben aller parkenden BMW 1500 anbrachte. Und seine Botschaft traf viele Fahrer, die neidisch auf den neueren und stärker motorisierten BMW 1800 schielten, mitten ins Herz: „Enorme Mehrleistung Ihres BMW 1500 durch eine ALPINA-Anlage 90 PS.“ Ermöglicht wurde dieser Leistungsschub durch eine von Bovensiepen entwickelte Weber-Doppelvergaseranlage.

Natürlich war auch BMW der Unmut der 1500er-Fahrer über ihre Benachteiligung durch den nur kurze Zeit später erschienenen BMW 1800 nicht entgangen. Und so sprach BMW Vorstandsmitglied und Verkaufschef Paul G. Hahnemann jene legendären Worte, als Burkard Bovensiepen mit dem ersten präparierten BMW 1500 bei ihm vorfuhr: „Du darfscht des mache, wenn der Bönsch mir sagt, dass das gescheit funktioniert.“ Kurze Zeit später gab Direktor Helmut Werner Bönsch, seines Zeichens Autound Motorradingenieur bei BMW, Bovensiepens Entwicklung seinen Segen. Dank der ALPINAAnlage zog der BMW 1500 in Sachen PS mit dem BMW 1800 gleich. Und der Grundstein für eine nun schon fünf Jahrzehnte andauernde Partnerschaft zwischen BMW und ALPINA war gelegt.

Schon gewusst?
  • Seit 2009 ist ALPINA wieder fest mit dem Motorsport verbunden.
  • ALPINA gewann den Tourenwagenrekord beim 6-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.
IM RENNSPORT AUF ERFOLGSSPUR

Nachdem 1965 die ALPINA Burkard Bovensiepen KG offiziell gegründet war, wurden die Ambitionen zweispurig, denn neben ALPINA-Anlagen für den BMW 1600, BMW 1800 und BMW 1800 TI entwickelte das Unternehmen eine besondere Leidenschaft für Tourenwagen und den Rennsport. Zwischen 1968 und 1973 gingen die Piloten Derek Bell, Harald Ertl, James Hunt, Jacky Ickx, Niki Lauda, Brian Muir und Hans Stuck für ALPINA an den Start. Und nach nur zweijähriger Anlaufzeit stellten sich die ersten großen Erfolge ein. 1970 gewann ALPINA den Tourenwagen-Europapokal, den Langstreckenklassiker 24 Stunden von Spa-Francorchamps sowie mit der Rundstrecken-, Berg- und Rallyemeisterschaft sämtliche deutschen Meisterschaften.

Für ALPINA war dies jedoch kein Grund, sich auf irgendwelchen Lorbeeren auszuruhen, sondern Ansporn zur Weiterentwicklung. Und so überzeugte ALPINA 1971 BMW von der Notwendigkeit einer Leichtbauversion des BMW 3.0 CS, um im Tourenwagensport weiterhin erfolgreich zu sein. ALPINA wurde daraufhin von BMW mit der Projektleitung für das Leichtbaucoupé 3.0 CSL betraut – und sollte recht behalten. 1973 gewannen Derek Bell, Harald Ertl, Niki Lauda und Brian Muir für ALPINA und BMW die Tourenwagen-Europameisterschaft. Mit dem BMW ALPINA Leichtbaucoupé fuhr Niki Lauda sogar absoluten Tourenwagenrekord beim Sechs-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Äußerliches Kennzeichen der Beteiligung ALPINAs an diesem von BMW offiziell angebotenen Sportgerät waren übrigens erstmals die markanten Räder im 20-Speichen-Design.

BMW ALPINA 2002, BJ 1973

BMW ALPINA B6 2.8 (E21), BJ 1978

1977 fand das Engagement im Rennsport sein vorläufiges Ende – aber nicht ohne krönenden Abschluss. Nach spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit den auf dem Papier weit überlegenen Coupés von Jaguar wurde Dieter Querster Tourenwagen-Europameister im BMW ALPINA 3,5 CSL. Doch auch eine andere Entscheidung war gefallen: ALPINA wollte sich in den folgenden Jahren ausschließlich auf die Entwicklung faszinierender Automobile für die Straße konzentrieren und zog sich aus dem Rennsport zurück. Aber nicht für ewig. Ein Wiedersehen gab es von 1987 bis 1988 in der DTM. Dabei gelangen Ellen Lohr, Andy Bovensiepen, Fabien Giroix, Peter Oberndorfer und Christian Danner neben vielen guten Platzierungen mit dem BMW ALPINA M3 Gruppe A mehrere Siege.

Bemerkenswert ist hierbei die Innovationskraft von ALPINA. Während Burkard Bovensiepen maßgeblich an der Neugestaltung des DTM-Reglements mitwirkte, ging der BMW ALPINA M3 Gruppe A erstmals mit einem umweltverträglichen Metallkatalysator an den Start. Bald darauf wurde die wegweisende Technologie Bestandteil aller DTM-Fahrzeuge.

Seit 2009 ist ALPINA wieder fest mit dem Motorsport verbunden. Nach 20 Jahren Abstinenz stiegen die Buchloer mit einem eigenen Team bei der FIA-GT3-Europameisterschaft, den ADAC GT Masters und bei bedeutenden Langstreckenrennen ein. Vom Start weg erzielte der BMW ALPINA B6 GT3 vier Siege, 625 Führungskilometer und neunmal die erste Startreihe. Die Fahrer Andreas Wirth, Jens Klingmann, Claudia Hürtgen, Csaba Walter, Chris Mamerow und Maxime Martin können zufrieden sein. Die Rückkehr in den internationalen Rennsport erreichte 2011 ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit dem BMW ALPINA B6 GT3 Evo holten Ex-DTM-Fahrer Alexandros Margaritis und GT-Profi Dino Lunardi in der deutschen GT-Serie den Titel.

INNOVATION HAT TRADITION

Von den Entwicklungen für den Rennsport profitieren seit jeher auch die ALPINA-Fahrer auf der Straße. Innovationen, wie das von ALPINA initiierte Leichtbaucoupé aus dem Jahre 1971, machten dabei erst den Anfang. Denn es sollten noch viele weitere wegweisende Neuerungen folgen. Auch die Ölkrise im Jahre 1973 bewegte ALPINA zum Weiterdenken: Reaktionsschnell entwickelte ALPINA Normalbenzinmotoren, die leistungsstark und sparsam zugleich waren. Was 1978 folgte, waren bahnbrechende Eigenentwicklungen für die Automobilindustrie: Der BMW ALPINA B6 2,8 vereinte den BMW 3er mit einem revolutionären Sechszylindermotor, der BMW ALPINA B7 Turbo auf Basis der BMW 5er-Reihe erwies sich als die schnellste Limousine der Welt und das B7 Turbo Coupé etablierte sich mit einer Leistung von 330 PS unter den stärksten sportlichen Coupés. Allen Motoren gemeinsam war ein absolutes Novum in der Automobiltechnik: die vollelektronische Computerzündung.

BMW ALPINA B7 S TURBO COUPÉ, BJ 1982

BMW ALPINA B12 5.7 COUPÉ, BJ 1990

Als 1981 die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ den Shell-Kilometermarathon ausrichtete, war das Drei-Liter-Auto eigentlich noch gar nicht im Gespräch. Dies änderte sich durch ALPINAs Teilnahme, denn der BMW 318i ALPINA gewann in seiner Klasse mit einem Verbrauch von lediglich 2,672 Litern auf 100 Kilometer.

Eine Vorreiterrolle nahm ALPINA auch 1985 bei der Einführung des Katalysators ein. Während die Konkurrenz Katalysatoren mit Keramikträgern verwendete, kamen bei ALPINA als erstem Automobilhersteller serienmäßig ausschließlich Metallkatalysatorträger von EMITEC zum Einsatz. Erst Jahre später wurde dieses Konzept auch von anderen Hightechfahrzeugherstellern angenommen.

BMW ALPINA B8 4.6 CABRIO (E36), BJ 1995

BMW ALPINA ROADSTER V8, BJ 2002

1992 schaltete ALPINA wieder einen Gang höher: Als erster Automobilhersteller realisierte ALPINA ein elektronisches Kupplungsmanagementsystem. Zum Einsatz kam die ALPINA SHIFT-TRONIC im BMW ALPINA B12 5,7 Coupé. Angesichts der neuen Dynamik des Fahrens mit einem Sechsgangschaltgetriebe fiel Hersteller und Fahrern der Abschied vom Kupplungspedal sehr leicht.

Nur ein Jahr später eröffnete die SWITCHTRONIC eine neue, sportlichere Dimension des Automatikfahrens. Von der Möglichkeit, aktiv das Geschehen in einem Automatikgetriebe zu bestimmen, wurden auch viele Schaltgetriebefahrer überzeugt. Und sie durften sich wie Formel-1-Fahrer fühlen, denn die Gänge wurden über Tasten im Lenkrad gesteuert.

Eine wirklich saubere Sache war 1995 die Erfindung von SUPERCAT. Als weltweit erster Automobilhersteller führte ALPINA im BMW ALPINA B12 5,7 E-KAT serienmäßig einen elektrisch beheizten Metallkatalysator ein. Die Gemeinschaftsentwicklung mit BMW und EMITEC kam genau zur richtigen Zeit, denn die vollkommen neue Abgasreinigungstechnologie konnte die ab 1996 gültigen Emissionsgrenzwerte für Kohlenwasserstoff, Stickoxide und Kohlenmonoxid um jeweils mehr als 80 % unterschreiten.

2003 verbaute ALPINA im BMW ALPINA B7 einen Motor, der über einen mechanisch angetriebenen Radialverdichter aufgeladen wurde. Die Premiere bestand in der erstmaligen Kombination eines Aufladekonzepts mit VALVETRONIC, die sich sehr günstig auf den Verbrauch des von 500 PS getriebenen Automobils auswirkte.

REKORDABSATZ IM JAHR 2014

Die kontinuierlichen Weiterentwicklungen der Technologien sowie die stetig verbesserten Verbrauchs- und Emissionswerte schlugen sich auch in den Verkaufszahlen nieder. Im Jahr 2014 knackte ALPINA die Marke von 1.700 ausgelieferten Fahrzeugen. Diesen Erfolg verdankte ALPINA hauptsächlich dessen wichtigsten Absatzmärkten Deutschland, USA und Japan. Auch dieser jüngste Absatzrekord wurde selbstverständlich im darauffolgenden Jahr im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums gefeiert.

ALPINA FEIERT MIT GÄSTEN AUS ALLER WELT

Im Juli 2015 war es dann so weit. Fünf Jahrzehnten ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG folgten fünf Tage Geburtstagsfeierlichkeiten am Stammsitz in Buchloe. Und dieser Festakt war dem goldenen Jubiläum würdig: Mit viel Aufwand und großer Liebe zum Detail inszenierte ALPINA das 50. Unternehmensjubiläum und erinnerte daran, wie vor fünf Jahrzehnten die Erfolgsgeschichte der ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG, die seit 1983 als Hersteller exklusiver Hochleistungsautomobile Weltruf genießt, begann.

Die Feierlichkeiten zogen nicht nur die internationale Fachpresse, Vertreter der BMW AG, Zulieferer sowie weltweite Vertriebspartner nach Buchloe, sondern auch ehemalige und aktive Rennfahrer, die in der Vergangenheit mit BMW ALPINA Rennfahrzeugen erfolgreich gewesen waren. Zu den Anwesenden gehörten unter anderem Christian Danner, Dieter Quester und Harald Grohs, aber auch Alexandros Margaritis und Dino Lunardi, die erst 2011 mit dem BMW ALPINA B6 GT3 die ADAC GT Masters gewannen.